Vom Klosterkotten zum Fischhof - Von Gisbert Strotdress und Josef Kampmann

Zwischen zwei Welten

Die Geschichte der Hofstätte hat der Familien- und Heimatforscher Josef Kampmann aus Wickede erforscht – und zwar im Zuge der Vorbereitungen zur 800-Jahr-Feier im Dorf; sie fand am Wochenende statt. Zu Wiehagen gehörte der Hof ursprünglich gar nicht, obwohl er nur wenige hundert Meter vom Dorf entfernt liegt. Doch zwischen der Hofstätte und dem Dorf plätschert der „Strullbach“. Dieser Bach bildete eine Territorialgrenze und trennte jahrhundertelang zwei Welten. Der Kotten lag diesseits des Baches in der Grafschaft Mark. Auf der anderen Seite des Baches hingegen begann das kölnische Herzogtum Westfalen. Erst die kommunale Neuordnung 1969 löste diese „Demarkationslinie“ auf und schlug damit auch den Hof Baumüller zum Dorf.

Schwabener Vorfahre

Der älteste bekannte Vorfahre der heutigen Familie Baumüller, so hat Josef Kampmann herausgefunden, ist aus Schwaben nach Westfalen gekommen. Im Jahr 1748 heiratete er in Werl-Büderich eine Frau namens Elisabeth Sina. Im Trauregister steht: „Ambrosius Baumuhler ex Heckingen“. Bei der

Taufe des Sohnes Johan Caspar ein Jahr später wird seine Herkunft mit „ex Suewia“ angegeben, also „aus Schwaben“. Auch seine Tätigkeit wird in den Quellen genannt: Er sei „Bedienter auf dem adeligen Kloster Scheda“.

 

Dieses Kloster lag in der Grafschaft Mark, unmittelbar an der Grenze zum kölnischen Herzogtum Westfalen. Es war ursprünglich ein Prämonstratenserkloster und ist 1197 gegründet worden. Bis zu seiner Aufhebung und Verstaatlichung im Jahr 1807, der „Säkularisation“, war das Kloster einer der größten Grundherren in der Umgebung. Viele Bauernhöfe im Umland waren dem Kloster zu Abgaben verpflichtet.

 

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